Yachttest der Hanse 411

Hanse 411 Yachttest Download
Der hier veröffentlichte Text ist dem vollständigen Yachttest der Zeitschrift "Yacht" entnommen. Sie können die PDF-Datei mit dem vollständigen Artikel downloaden. Dieser Artikel enthält aussagekräftige Bilder, detallierte Diagramme, Vergleiche zu anderen Yachten, sowie präzise technische Angaben. 

Hier geht es zum kostenpflichtigen Download (2,-€, Autor: Fridtjof Gunkel, Heft 10/2002):   Yachttest der Hanse 411

Das sagt die "yacht" zur Hanse 411 

Deutsche Welle

Das Yachtzentrum Greifswald baut seine Typenreihe weiter aus. Mit der Hanse 411 hat die nach Bavaria zweitgrößte deutsche Werft ein neues Flaggschiff im Programm. Die Yacht passt perfekt in das Portfolio des Betriebes im Osten der Republik. Hatten sich die Greifswälder anfangs einen Namen durch günstige Preise gemacht („Hanse-Hammer“), setzt Inhaber Michael „Schmiddel“ Schmidt jetzt zunehmend auf eine besondere Optik, die seine Yachten vom Wettbewerb separiert. 

 

 Innenraum der Hanse 411

Dies scheint zu gelingen. Durch eckigere Fenster, einen weit auf das Vorschiff gezogenen und mit Zierleisten aus Teak veredelten Kajütaufbau sowie einen Innenausbau aus rötlichem, hochglanzlackiertem Mahagoni und Türfüllungen aus Rohrgeflecht greifen die Designer Elemente US-amerikanischen Stils auf. 

Allein stellungsmerkmal Nummer zwei bleibt nach wie vor der Preis. Mit 138 550 Euro (Grundausstattung) liegt die Hanse 411 am unteren Ende der Preisspanne. Möglich wird dies durch Teilegleichheit, geschickten Einkauf, EU-Gelder für Subventionen von Betrieben in strukturschwachen Regionen sowie eine schlanke Produktion. Schmidt setzt zunehmend auf Automatisierung und einen hochmodernen Maschinenpark. Die Hölzer beispielsweise werden von einem Apparat in einem Arbeitsgang achtfach lackiert. Eine baugleiche Maschine setzen Automobilhersteller für die Einlegehölzer von Armaturenbrettern ein.

Auch sonst sucht die Werft ihrem Motto „The quality people in yachting“ gerecht zu werden. Der Rumpf im Überwasserbereich und das Deck sind ein handlaminiertes Sandwich mit Balsaholz- Kern. Das steht für geringes Gewicht bei hoher Festigkeit sowie gute Isolierung gegen Hitze, Kälte und Schall. Das Deck ist mit dem Rumpf verklebt und verbolzt, die Schotten und Innenschalen werden komplett anlaminiert. Für die CE-Abnahme sorgt Lloyd’s Register.
Drittes Charakteristikum der Yachten und speziell der Hanse 411 sind die gehobenen Segeleigenschaften. Michael Schmidt, früher erfolgreicher Regattasegler und heute gern mit seiner klassischen Ketsch auf der Ostsee unterwegs, bevorzugt schnelle, aber einfach zu bedienende Schiffe. Ein Credo, das weder neu noch originell ist, aber dem Zeitgeist folgt und Schmidts persönlichen Vorlieben entspricht. So beauftragte der gebürtige Kieler denn auch mit dem Bremerhavener Konstruktionsbüro Judel/Vrolijk Engineering nicht nur ein weltweit renommiertes Büro mit großer Kompetenz für schnelle moderne Risse, sondern zugleich das Team, das 1985 die „Rubin XIII“ zeichnete, die Schmidt zum Sieg im Admiral’s Cup steuerte.

Die Designer verpassten der Hanse 411 neben schnellen Linien und modernen Unterwasseranhängen eine ordentlich große Segelfläche. Nur mit der Hansetypischen Selbstwendefock bestückt, kommt das Schiff schon auf ein Verhältnis von Segelfläche zu Verdrängung von 4,6 ein Wert, der auf viel Potenzial schließen lässt. Mit der optionalen Genua, die die Segelfläche um immerhin zwölf Quadratmeter vergrößert, landet das Schiff bei der Segeltragezahl 4,9.

 

Segeln mit Spaß bei der Hanse 411

Tatsächlich genügt die Selbstwendefock auch gehobenen Ansprüchen an Speed und Spaß unter Segeln.

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